"Da fehlen nicht die bunten malerischen Häuschen mit den Terrassen und Treppchen, die sich im Flusse spiegeln und einen fast italienischen Eindruck machen, nicht die seltsamen Felsformationen, die steil zum Wasser abfallen, so daß der Beschauer sich manchmal beinahe nach Norwegen versetzt glaubt - nicht die grünen Matten, die ihn wie Schweizer Almen anmuten - und auch nicht die schattigen Laubwälder, die ihn doch nicht vergessen lassen, daß er in Deutschland ist."

Else Boyen, Malerin

Kurze Geschichte über Kallmünz

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Charakteristisches Merkmal ist der Schloßberg, der mit einer Höhe von 433 Metern über dem Meeresspiegel schroff aus der Mitte des malerischen Marktfleckens emporragt und die Ruine einer frühgotischen Burganlage (erstmals 1504, letztmals 1641 zerstört) trägt. Der Ort liegt im Mündungswinkel zwischen den einst für die Oberpfalz wichtigen Flusstälern der Naab und der Vils. Auswiesen und ausgedehnte Wälder stehen zur hier beginnenden Juralandschaft in reizvollem Kontrast.
Die ältesten Funde datieren aus der Steinzeit; eine größere Siedlung in der Bronze- und Eisenzeit ist nachgewiesen. Der Ortsname ist keltischen Ursprungs und könnte soviel wie „Hochburg“ bedeuten.983 in einer Schenkungsurkunde des Bischofs Wolfgang an das Kloster St. Paul in
Regensburg zum ersten Mal als „Calminz“ urkundlich erwähnt, war Kallmünz seit 1188 Vogtei der Wittelsbacher Herzöge , die hier eine Reichszollstätte errichteten. Bedingt durch seine geschützte und verkehrstechnisch günstige Lage erwies sich Kallmünz im Laufe der Jahrhunderte als beliebtes Tausch- und Schenkungsobjekt, aber auch als Zankapfel diverser weltlicher und kirchlicher Machthaber. Der 1233 zum Markt erhobene Ort wurde im Schutze der um die Mitte des 13. Jahrhunderts errichteten Burg zu einem Hauptstützpunkt der Wittelsbacher auf dem Nordgau. Er besaß die Gerichtsbarkeit und die Steuerhoheit über die umliegenden Ortschaften und war nach Schwandorf das zweitgrößte Dekanat der Diözese Regensburg.

1505 wurde „Callmuntz“ als Stadt erwähnt. Möglicherweise war die Gewährung der Stadtrechte die Belohnung für die tapfere Verteidigung der Burg gegen pfalzgräfische und böhmische Söldner im Jahr zuvor. Gute hundert Jahre später ist der Ort „Calmunz“ jedoch wieder ein Markt und versank in wirtschaftliche und politische Bedeutungslosigkeit. Der Ort machte erst Anfang des 20. Jahrhunderts wieder von sich reden, als eine Reihe namhafter Künstler wie Palmié, Kandinsky und Münter ihn wieder entdeckten und sich hier zum Malen aufhielten.

2830 Einwohner wurden 6.99 Registriert

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